Dienstag, 31. Oktober 2017

Cinderella mal anders ... Rezension zu "Cinderellas Prinzessin" von Annie Laine




Charleen ist die reichste Tochter der Stadt. Die Prinzessin des millionenschweren Hoteliers steht ständig im Rampenlicht und unterliegt dem Druck, perfekt sein zu müssen, denn schließlich muss der Ruf ihrer Familie gewahrt werden.

Bei Ashley sieht das ganz anders aus. Sie hat drei Jobs und schmeißt mit ihren neunzehn Jahren den Haushalt ihrer Familie. Freizeit und Schlaf kommen dabei zu kurz, aber sie nimmt es in Kauf, um irgendwann ihrer kleinen Schwester ein besseres Leben zu ermöglichen und aus dem desolaten Haushalt verschwinden zu können.

Als die beiden auf dem Ball zu Charleens Geburtstag aufeinandertreffen, ahnen sie noch nicht, dass sich diese folgenschwere Begegnung fast wie im Märchen von Cinderella entwickelt.


Cover:
Das Cover schreit für mich förmlich: Märchenadaption. Somit passt es sehr gut zur Geschichte, denn es erzählt Cinderellas Geschichte ganz neu. Ohne den Klapptext könnte man andere Erwartungen an das Buch stellen und nicht wissen, dass es in unserer harten Gegenwart spielt. Es lässt somit auf jeden Fall sehr viel Spielraum, macht aber neugierig auf die Geschichte dahinter.

Inhalt:
Meine Probleme sah ich im Inhalt. In de Geschichte kam ich gut rein, sodass ich mir alles vorstellen konnte. Am Anfang wirkte es auf mich jedoch zu klischeehaft. Es wurden zwei Leben gewählt, die so "typisch" waren, dass mich die Handlung nicht sofort packte.
Doch die Besonderheit an der Geschichte ließ nicht sehr lange auf sich warten.
Ich bemerkte, dass ich mit der Zeit immer mehr mit den Charakteren mitfieberte und auch richtig in ihrer Geschichte drin war. Bis zum Ende konnte mich "Cinderellas Prinzessin" immer mehr von sich begeistern.


Probleme hatte ich jedoch mit so manchen Aspekten, die mir entweder zu übertrieben waren wie eine weitere Offenbarung am Ende, manche Aktionen von Charleen oder äußere Umstände wie die grausame Aktion von Charlies Eltern oder auch den Zuständen bei Ashley Zuhause.
Dies waren Handgriffe, die zwar die Story unterstützten und spannend machen, der Geschichte aber für mich die Authentizität nahmen, da so etwas in der heutigen Gesellschaft selten bis nie vorkommt. Oder eben die Probleme oder Handlungen der Charaktere wirkten zu übertrieben und zu überspitzt, sodass ich es einfach nicht ernst nehmen konnte und auch etwas Spaß daran verlor.
Dennoch war die Geschichte, wenn man davon absieht sehr unterhaltsam, sodass ich durchaus dazu raten kann, sie sich zuzulegen und sich im Rahmen seiner eigenen Anforderungen begeistern zu lassen.

Charaktere:
Die Charaktere passten für mich größtenteils sehr gut in die Geschichte. Anfangs hatte ich Probleme mit ihnen, weil es Klischee-Typen waren und ich deswegen keinen ernstzunehmenden Zugang zu ihnen fand. Ich brauchte etwas Zeit, um mit ihnen warm zu werden.
Bei Ashley ist mir das irgendwann gelungen, da ich ihre kämpferische, aufopferungsvolle Persönlichkeit ins Herz geschlossen habe. Ich konnte mich mit ihr identifizieren, weswegen ich die Geschichte gerne aus ihrer Sicht erlebte.
Mit wem ich auch sehr gut zurecht kam, war Charleens Bruder William. Jeder möchte für sich einen William haben, denn er ist einfach wahnsinnig süß und herzlich, sodass er schnell mein Lieblingscharakter wurde.
Doch da war das Problem, denn er löste die Herausforderungen, die eigentlich Charleen überstehen musste. Ich mochte ihre überhebliche Art am Anfang nicht und ich mochte sie auch am Ende nicht, weil sie immer versagt hat, wenn es wichtig wurde und nie wirklich für sich eingestanden hat. Immer löste William ihre Probleme und kämpfte. Und das fand ich für sie als Protagonistin einfach nicht richtig, sodass sie sich aus meiner Sicht nicht entwickelte, sondern einfach nur da war.
Die anderen Charaktere wie Charleens oder Ashleys Familie oder auch Dean fand ich ganz gut ausgearbeitet, auch wenn mir an mancher Stelle deutlich die Beschreibungen gefehlt haben. Gerade Ashleys Brüder zum Beispiel waren für mich absolut nicht greifbar, was aber hätte sein müssen trotz ihrer kleinen Rolle.
Quelle

Schreibstil:
Anfangs kam ich mit dem Schreibstil der Autorin nicht sofort zurecht. Für mich waren es zu viele unnötige Beschreibungen, die meinen Lesefluss störten, weswegen ich etwas brauchte, um gut in die Geschichte hinein zu kommen.
Was mir jedoch schon am Anfang sehr gut gefallen hat, war der angewandte Perspektivenwechsel zwischen Charleen und Ashley. Dabei fand ich es zusätzlich noch sehr gut, dass dennoch nichts wiederholt wurde, sondern die Geschichte stetig fortgeführt wurde. 
Mit zunehmender Seitenzahl hat ich das Gefühl, dass Annie Laine immer besser in ihre Geschichte hineinkommt, sodass es sich immer besser lesen ließ, bis man förmlich durch das Buch flog.

Fazit:
Für mich war "Cinderellas Prinzessin" eine besondere Geschichte, da sie auf einer berührenden und aktuellen Grundidee basiert. Es ist aus meiner Sicht eine Geschichte, die gerade heute einfach in unsere Welt gehört und auch viele wahre Begebenheit aufdeckt und dem Leser deutlich macht.
Mir hat letztendlich in der Umsetzung einiges gefehlt. Eigentlich sind es Kleinigkeiten, doch die häuften sich zunehmend, weswegen dieses Buch für mich eine gute, unterhaltsame Geschichte ist, die ich weiterempfehlen kann, auch wenn noch einiges an Luft nach oben ist.




"Cinderellas Prinzessin" ist eine Märchenadaption der anderen Art, die einen sehr mitreißen kann, wenn auch Potenzial nach oben da ist. Wenn ihr die Geschichte der  beiden doch gar nicht so unähnlichen jungen Frauen erleben wollt, klickt gleich hier!

1 Kommentar:

  1. Das Buch steht auch schon auf meiner Wuli, vorallem weil die Autorin sooo sympathisch ist! Ich weiß noch als sie neben mir stand und MICH erkannt und angesprochen hat, ich sie aber nicht. Peinlich xD Übrigens hast du da echt eine tolle Rezension geschrieben :) ♥

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